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Newsletter Nr 21 - Gedanken zum Tag - 6. April 2020

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Werte Interessierte

 

 

Mit dem Palmsonntag hat die Karwoche begonnen. Deshalb heute ein

Gedanke zum Leid, seinem Sinn und Unsinn.

 

 

Er deckt Verborgenes auf aus dem Dunkel, und das Finstere bringt er

ans Licht.

Hiob 12,22

 

Hiob ist grosses Unglück widerfahren. Trotz seiner Frömmigkeit und seinem Vertrauen auf Gott. Trotz seinem tadellosen Lebenswandel. Trotz all seiner Bemühungen untadelig vor Gott zu leben. All seinem Bemühen und all seinem guten Lebenswandel zum Trotz verlor er zuerst sein Hab und Gut und dann seine Kinder.

 

Unendlich grosses Unglück ist über Hiob gekommen. Er hat alles verloren. Er hat keinen Lebensmut mehr. Er lässt sich gehen. Er versinkt in der Trauer. Eine Depression kommt über ihm. Es wird finster um ihn. Dunkelheit verdeckt das Licht seines Lebens.

 

Doch Hiob hat Freunde. Sie hören von seinem Unglück. Sie kommen. Sie besuchen ihren Freund. Sie wollen ihn trösten. Ihr Freund soll neuen Lebensmut fassen. Er soll ins Leben zurückkehren.

 

Die Freunde von Hiob sind im besten Sinn Menschen. Sie fühlen den Schmerz Hiobs mit. Sie stehen ihm bei in seiner schweren Zeit. Auch wenn es ihnen schwerfällt ihren Freund so zu sehen, wollen und können sie ihn doch nicht seinem Unglück überlassen.

 

Es ist gut, wenn wir den Schmerz, die Einsamkeit und die Not unserer Mitmenschen ernst nehmen. Es ist gut, wenn wir uns von ihrem Schicksal berühren lassen. Es ist gut, wenn wir sie besuchen – oder wie es die gegenwärtigen Umstände verlangen – den Kontakt auf andere Weise aufrechterhalten. Es ist gut, denn es ist menschlich.

 

Die Freunde Hiobs nehmen sein Leiden wahr. Sie wollen ihm helfen. Doch sie wissen nicht so recht wie. Wie tröstet man einen Freund, der alles verloren hat? Wie tröstet man einen Mann, über den unvorstellbares Unglück gekommen ist?

 

Sie überlegen sich je für sich, was sie selbst in einer solchen Situation brauchen. Jedem von ihnen scheint es dabei wichtig zu sein, dem Unglück Bedeutung zu geben und es erklären zu können.

 

Verstehbarkeit und Sinnhaftigkeit sind zwei Stichworte, die auch in unserer heutigen Psychologie genannt werden. Unser Leben muss für uns verstehbar und sinnhaft sein, damit wir uns in unserem Leben nicht verlieren. Die Fähigkeit das Erlebte zu verstehen und ihm Sinn zu geben sind Säulen der Resilienz, der Fähigkeit des Menschen auch mit dem Unglück fertig zu werden. Wir können schlimmste Erlebnisse in unser Leben integrieren, ohne daran kaputt zu gehen, wenn es uns gelingt das Erlebte zu verstehen und ihm Sinn zu geben.

 

Hiobs Freunde tun dies. Sie erklären ihm sein Unglück. Sie stellen es in grössere Zusammenhänge. Als sehen sie darin eine Strafe Gottes, die Folgen einer unbewussten Sünde, eine Lehre Gottes oder eine Prüfung. Sie geben dem Unglück Sinn und erklären es als Folge des Verhaltens Hiobs.

 

Die Freunde Hiobs sind Menschen, wie wir. Sie halten sich fest an der Vorstellung Macht über ihr Leben zu haben und ihr eigenes Glück schmieden zu können. Im Alltag ist diese Vorstellung gut. Wir haben sie nötig, um unser Leben zu meistern. Doch im Unglück zeigt sich, dass diese Vorstellung letztlich eine Illusion ist.

 

Hiob kann sich nicht an dieser Vorstellung festhalten. Zu hart hat ihn das Unglück getroffen. Das Erlebte hat ihn enttäuscht. Es hat ihn ent-täuscht. Es hat die Täuschung aufgehoben, dass er Herr ist über sein Leben.

 

Die Coronakrise hat uns als Gesellschaft getroffen. Doch wir müssen als Individuen mit ihr umgehen. Einigen von uns gelingt es gut die Krise in ihr Welt- und Selbstbild einzufügen. Sie sehen darin eine Verschwörung, eine Reaktion der Natur gegen eine überbordende Menschheit, eine Strafe Gottes, eine Herausforderung, eine Chance das eigene Leben zu überdenken, ein Lehrstück für die Menschen, einen Schuss vor den Bug und vieles andere mehr. Das ist gut so. Es ist menschlich. Es widerspiegelt unsere Fähigkeit mit dem Unglück umzugehen. Es ist Ausdruck der Resilienz der menschlichen Psyche.

 

Doch Hiob gelingt dies nicht. Er kann in seinem Unglück keine Folge seines Handelns sehen. Er kann in ihm keine Aufgabe sehen. Er fühlt sich ohnmächtig. Schliesslich akzeptiert er seine Machtlosigkeit. Er lässt es zu, dass er nicht der Schmied seines eigenen Glückes ist. Es wird ihn frei machen.

 

Weil er damit leben lernt, nicht der Herr über sein Leben zu sein, wird er frei, Gott Herr über sein Leben sein zu lassen. Er versöhnt sich mit seinem Schicksal. Er lässt sich daran genügen, dass Gott da ist. Gott ist Herr über sein Leben, auch wenn er seinen Gott nicht versteht. Er erkennt, dass Gott auch in der Finsternis seines Unglücks und im Dunkeln seines Lebens da ist. Er muss nicht verstehen und kann dennoch glauben. Darin findet Hiob Trost.

 

 

 

Als Christinnen und Christen dürfen wir auf Jesus vertrauen. Er kennt die Finsternis. Er ist in das Dunkel des Todes hinabgestiegen. Auch wenn wir es nicht verstehen, so dürfen wir doch auf ihn vertrauen. Er verklärt unsere Schatten. Er führt uns ins Licht.

Christus dein Licht verklärt unsre Schatten: https://www.youtube.com/watch?v=U7XTyFym08g

 

 

Freundliche Grüsse

 

 

Christian Vogt      

  

 

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Pfr. Christian Vogt

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